Vom Frontalunterricht zur Partizipation: Innovative Lehrmethoden für nachhaltiges Lernen

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Learning & Teaching
Design

Das Projekt wandelt traditionelle Vorlesungen in ein interaktives Lernerlebnis um. Mithilfe von Mentimeter, anschaulichen Visualisierungen und Alltagsbezügen erkunden Studierende zentrale Nährstoffe und Stoffwechselwege während der Schwangerschaft. Durch unmittelbares Feedback, Quizfragen und offene Diskussionen entsteht ein aktives Lernumfeld, das komplexe Biochemie verständlich und nachhaltig vermittelt.

Implementation of the Course

Im Rahmen des Nutrition throughout lifecycle Kurses an der ETH habe ich Studierenden die wichtigsten Nährstoffe vor und während der Schwangerschaft vermittelt und dabei innovative, interaktive Lehrmethoden eingesetzt. Ziel war es, komplexe biochemische Prozesse – etwa den One-Carbon-Stoffwechselweg (Folsäure) für die Spermienqualität, die Glukoseversorgung der Plazenta oder die Bedeutung von Eisen für die fetale Entwicklung – anschaulich und nachvollziehbar zu machen. Anstelle klassischer Frontalvorlesungen integrierte ich vielfältige, praxisnahe und visuelle Elemente. So veranschaulichte ein Wollfaden die DNA-Replikation, während eine Kirsche symbolisch das „Ablesen“ repräsentierte – ein Sinnbild für die Bedeutung bestimmter Nährstoffe. Solche bildhaften Darstellungen erleichterten das Verständnis komplexer Zusammenhänge. Zur Förderung der aktiven Teilnahme nutzte ich das digitale Tool Mentimeter. Nach jedem Kapitel beantworteten die Studierenden interaktive Quizfragen (z. B. Drag-&-Drop-Aufgaben oder Beschriftungsübungen wie: „Welche Seite der Blastozyste wird zum Embryo, welche zur Plazenta?“). Diese Fragen dienten der Wiederholung und gaben mir unmittelbares Feedback über den Lernstand. Zu Beginn der Lehrveranstaltung informiere ich die Studierenden, dass alle relevanten Unterlagen bereitgestellt werden und kein Mitschreiben nötig ist. Dadurch können sie sich ganz auf die Inhalte und Diskussionen konzentrieren. Die hohe Aufmerksamkeit zeigte sich in den Quiz-Ergebnissen: Fast alle lagen richtig, nur wenige machten Fehler. Als zusätzliche Motivation erhielt die beste Person am Ende eine kleine Belohnung in Form von Schokolade. Während eher passiver Phasen stellte ich regelmäßig Bezüge zum Alltag her, z. B. durch Fragen wie „Was haben Sie heute gegessen und wie passt das in den gezeigten Stoffwechselweg?“. So blieben die Studierenden aktiv eingebunden. Auf Wunsch konnten sie individuelles Feedback nach der Vorlesung erhalten oder sich per E-Mail melden. Die abschließende Prüfung basierte auf den bereitgestellten Materialien und Mentimeter-Fragen.

Assessment-Strategie: Formative Überprüfung des Verständnisses über Mentimeter-Quiz und Diskussionsfragen; summative Prüfung auf Basis der Kursunterlagen; individuelle Feedback-Möglichkeiten.

Challenges Addressed: Überwindung passiver Lernhaltung, Vermittlung komplexer biochemischer Prozesse, Förderung von Interaktion und Motivation in heterogenen Gruppen.

Lessons Learned: Interaktive Elemente erhöhen Aufmerksamkeit und Verständnis nachhaltig. Alltagsbeispiele und Visualisierungen erleichtern Wissenstransfer. Transparente Kommunikation und kleine Belohnungen schaffen Motivation und ein positives Lernklima.

I really liked how she connected the content to everyday examples and made complex concepts understandable.
student voice

Motivation, Project Mission, Vision Statement

Meine Motivation, Lehre interaktiv und bildhaft zu gestalten, geht auf meine Studienzeit zurück. Zwei meiner damaligen Professoren vermittelten komplexe Themen mit einfachen, anschaulichen Beispielen – eine Herangehensweise, die mich nachhaltig geprägt hat. Ich habe erlebt, wie stark visuelle und greifbare Darstellungen das Verständnis fördern und abstrakte biochemische Prozesse plötzlich begreifbar machen können. Gerade auf zellulärer Ebene, wo alles im Unsichtbaren geschieht, ist es mir wichtig, Inhalte so zu vermitteln, dass sie „lebendig“ werden.

Ich bin überzeugt, dass sich Wissen besser verankert, wenn man es nicht bloß auswendig lernt, sondern versteht und verknüpft. Mein Ziel ist es daher, Studierenden Lerninhalte so zu präsentieren, dass sie sie langfristig behalten und später im Leben wieder abrufen können. Nicht jedes Molekül eines Stoffwechselwegs muss im Detail im Gedächtnis bleiben – aber das Verständnis, dass ein bestimmtes Vitamin für diesen Weg entscheidend ist, bildet eine Grundlage, auf die man jederzeit zurückgreifen kann.

Für mich steht der Studierende im Mittelpunkt. Jeder lernt anders – und mein Unterricht soll dieser Vielfalt gerecht werden. Durch bereitgestellte Unterlagen und interaktive Elemente können Studierende individuell oder im Team lernen, im eigenen Tempo und mit vollem Zugang zum Kontext.

Meine Vision ist eine Lehre, die Verständnis über Auswendiglernen stellt, Neugier weckt und Wissen nachhaltig verankert – damit Lernen nicht mit der Prüfung aufhört.

Very methodical, well-prepared, and slides always have a clear structure that aids comprehension. Good use of Mentimeter to get students to engage.
student voice

Innovative Elements

Die Innovation des Lehrkonzepts liegt in der Kombination aus digitaler Interaktivität, visueller Anschaulichkeit und persönlicher Einbindung der Studierenden. Durch den Einsatz von Mentimeter werden die Studierenden aktiv in den Unterricht einbezogen. Mit Live-Umfragen, Drag-&-Drop-Aufgaben und Quizfragen, wird unmittelbares Feedback ermöglicht. Dies fördert Konzentration, Verständnis und Dialog. Anstelle klassischer Frontalvorlesungen nutze ich alltagsnahe, kreative Materialien, etwa einen Wollfaden zur Darstellung der DNA-Replikation oder eine Kirsche als Symbol für nährstoffabhängige Prozesse. Solche greifbaren Analogien schaffen einen emotionalen Bezug zu abstrakten biochemischen Themen. Die Kombination aus digitalen Tools und haptischen Elementen macht Lernen erlebbar und nachhaltig. Im Unterschied zu traditionellen Methoden wird Wissen nicht passiv aufgenommen, sondern aktiv konstruiert so wird der Unterricht zu einem gemeinsamen, interaktiven Lernprozess.

Brugger had the most interesting lectures so far. She encouraged us to participate and made the lecture very active, which is usually difficult on a Friday at 8 a.m.
student voice

Effects on Student Learning

Die Wirksamkeit meiner Lehrmethode zeigt sich deutlich im Feedback der Studierenden und in den Prüfungsergebnissen. Die Evaluationen waren durchweg positiv: Besonders hervorgehoben wurden die interaktive Gestaltung, die anschauliche Vermittlung komplexer Inhalte und der hohe Grad an Motivation, selbst bei frühen Vorlesungsterminen. Kommentare wie „She encouraged us to participate and made the lecture very active“ oder „good use of Mentimeter to get students to engage“ bestätigen den Erfolg der Methode. Durch den Einsatz von Mentimeter nach jedem Themenblock kann ich das Verständnis unmittelbar prüfen und gezielt auf Unklarheiten eingehen. So entsteht ein kontinuierlicher Lern- und Feedbackprozess. Die verbesserte Prüfungsleistung der Studierenden spiegelt dieses vertiefte Verständnis wider. Die Verbindung von Visualisierung, Interaktivität und Diskussion fördert kritisches Denken, aktives Mitdenken und nachhaltigen Wissenstransfer, Lernen wird so zu einem gemeinsamen, lebendigen Prozesse

ETH Competence Framework

Methodenkompetenzen: Die Studierenden lernen, biochemische Mechanismen mit realen Ernährungsbeispielen zu verknüpfen und theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Soziale Kompetenzen: Durch Mentimeter, Diskussionen und gemeinsame Reflexionen werden Kommunikation, Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen gefördert. Personale Kompetenzen: Die Bereitstellung aller Materialien und die Möglichkeit zum selbstständigen Lernen stärken Eigenverantwortung, Motivation und Selbstorganisation. Gestaltungskompetenz: Der Kurs verbindet digitale Tools, visuelle Analogien und kontinuierliches Feedback zu einem inklusiven, interaktiven Lernumfeld. Da jeder Studierende und jeder Jahrgang anders ist, passe ich die Vorlesung individuell an: Schon in der ersten Sitzung frage ich, wie viel Mentimeter sie mögen.

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